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Whale Watching in Gansbaai

Johannesburg haben wir wieder verlassen. Auf der zweiten Etappe unserer Südafrika-Botswana-Reise führt es uns in die Overberg-Region nach Gansbaai. Die Stadt liegt etwa 170 Kilometer südöstlich von Kapstadt an der Küste der Walker Bay. Das Städtchen wurde 1881 von Fischern gegründet und nach den dort zahlreich vorkommenden Wildgänsen benannt. Heute leben die Menschen in Gansbaai hauptsächlich vom Hai- und Wal-Tourismus. Denn vor der Küste rund um die Insel Dyer Island gibt es eine verhältnissmäßig große Anzahl von Weißen Haien. Außerdem kommen die Südkaper (Südlicher Glattwal) aus der Antarktis nach Südafrika, um hier zu kalben und ihren Nachwuchs für die lange Reise zurück in die Antarktis vorzubereiten. Genau aus diesen beiden Gründen zieht es auch uns nach Gansbaai. Wale in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten ist ein unvergessliches Erlebnis. Wir haben Gansbaai Hermanus vorgezogen, da es dort etwas beschaulicher zugehen soll und die Touren angeblich in kleineren Gruppen durchgeführt werden.

Nach etwa 2 Stunden Flug landen wir in Kapstadt. Der Himmel ist bedeckt und es ist kühl. Noch am Flughafen decken wir uns mit ein paar Snacks ein und holen dann unseren Mietwagen ab, um im Linksverkehr in Richtung Südosten auf der N2 zu starten. Die ersten Kilometer sind wie immer anstrengend, aber man gewöhnt sich schnell daran. Auf der Fahrt bewundern wir die wundervolle Landschaft, die Berge, das Meer und die Gegensätze, die wir an jeder Ecke des Landes wahrnehmen.

 

Unser Bed & Breakfast „The Bay Lodge“* liegt in De Kelders. Alle Zimmer des fast direkt an der Küste liegenden B&B haben Blick aufs Meer und wir können schon direkt nach unserer Ankunft die ersten Wale vom Balkon aus sehen. Das ist so unbeschreiblich toll! Neo ist übrigens auch noch immer der Meinung, dass er hier den weltbesten Bacon zum Frühstück gegessen hat.

Für den Nachmittag des kommenden Tag haben wir eine Whale Watching-Tour gebucht bei Ivanhoe Sea Safaris*, der Operator wurde uns im B&B empfohlen. Es empfiehlt sich schon vorab zu buchen, die Plätze sind limitiert und begehrt, wir haben andere Reisende getroffen, die kurzfristig keine Tour mehr buchen konnten.

 

Als wir morgens aufstehen und die Vorhänge zur Seite schieben, scheint doch tatsächlich die Sonne und es ist kein Wölkchen am Himmel!

The Bay Lodge, De Kelders, Gansbaai, Bed & Breakfast

Wir fahren zuerst mit dem Auto an die Klippen von De Kelders, um von der Küste aus Wale zu beobachten. Es ist so atemberaubend den Blick die Küste entlang schweifen zu lassen und diese wunderschöne Natur zu genießen.

Den Vormittag klettern wir über Felsen (was ganz nach dem Geschmack unseres 7jährigen ist), machen viele Fotos und beobachten die Wale. Hin und wieder sehen wir sogar einen weit aus dem Wasser ragen, nur leider war die Kamera immer genau dann nicht parat. Egal, wir werden sie an diesem Tag noch aus nächster Nähe sehen können.

De Kelders, Gansbaai
De Kelders, Gansbaai

Am Nachmittag startet dann endlich unsere Whale watching-Tour* im Hafen in Gansbaai. Es handelt sich dabei um ein eher kleines Boot, ich denke maximal 20 Personen haben darauf Platz, und etwas mulmig ist uns schon, doch wir werden somit den Tieren wirklich ganz nahe kommen können. „No risk – No fun“, los gehts!

Hafen von Gansbaai, Tourstart Whale watching

Der Skipper vermittelt während der gesamten Tour viel Wissen und versucht immer möglichst nahe an die Tiere heranzufahren, sollte ein Tier sich aber abwenden und wegschwimmen, dreht auch er ab und lässt es in Ruhe, dasselbe gilt für noch sehr kleine Jungtiere. Es beeindruckt mich sehr, wie er die Körpersprache der Tiere deuten kann. Wenn die Tiere das näherkommende Boot tolerieren (manche begutachten uns auch neugierig), schaltet er den Motor aus und wir können in aller Ruhe genießen. Es ist so beeindruckend, diese Giganten und ihre Kälber durchs Wasser gleiten zu sehen. Einmal tauchte einer unter unserem Boot durch, vermutlich hätte er uns ohne Probleme umwerfen können… ich mag nicht weiter darüber nachdenken.

Südkaper (Glattwal) gesehen beim whale watching in Gansbaai / Südafrika
Glattwal Jungtier gesehen beim Whale watching in Gansbaai / Südafrika

Auf dem Weg zurück in den Hafen hatten wir dann das Glück noch ein paar Delfine zu sehen, welche unser Boot begleiteten. Es war wirklich zauberhaft und die Tour bei Ivanhoe Sea Safaris* ist uneingeschränkt zu empfehlen. Diese einmaligen Eindrücke mussten wir dann erst mal bei einer Pizza sacken lassen und verdauen.

Whale Watching Gansbaai

Der zweite Tag in Gansbaai sollte Uwe`s großer Tag werden - beim Käfigtauchen mit Haien! Neo und ich wollten ihn auf dem Boot begleiten und die Haie von Bord aus beobachten. Leider wurde die Tour wegen zu hohem Seegang abgesagt. Der Operator teilte uns außerdem mit, dass sie derzeit nahezu keine Hai-Sichtungen hätten. Das könne mit den niedrigen Temperaturen im August zusammen hängen oder es sei möglicherweise auch eine Gruppe Orcas in der Nähe, denn dann würden sich die Haie zurückziehen. Das ist schade und Uwe natürlich etwas enttäuscht, denn wie oft hat man wohl in seinem Leben die Chance so etwas zu erleben. Aber wir wollen kein Trübsal blasen, sondern die Zeit genießen.

Um gut in den Tag zu starten fahren wir wieder an die Klippen von De Kelders um heute die „Klipgat Cave“ zu suchen. Das ist eine Höhle, die bereits in der mittleren Steinzeit, vor 60.000 bis 50.000 Jahren, ständig bewohnt war. Da der Meeresspiegel damals niedriger als heute war, verlief die Küste drei Kilometer entfernt. Wir sind heute aber bei Flut an der Küste, die Höhle ist somit für den Moment nicht begehbar. Stattdessen sehen wir aber ein paar Eidechsen, kuschelige Klippschliefer, eine tote Robbe und unzählige angespülte portugiesische Galeeren, die ganz toll knallen wenn man draufspringt. (Auf keinen Fall nachmachen, die können auch noch im trockenen Zustand hochgiftig sei!!! – Wir wussten es zu dem Zeitpunkt nicht besser.)

Gansbaai De Kelders

Am Nachmittag besuchen wir das African Penguin and Seabird Sanctuary und sehen die ersten afrikanischen Pinguine. Durch große Scheiben kann man bei einer Tasse Kaffee oder Tee den putzigen Vögeln bei der Fütterung zusehen.

South Africa Penguin

Den Abend haben wir bei einem leckeren Essen im Great White House in Kleinbaai ausklingen lassen. Vor dem offenen Kamin konnten wir uns bei leckerem Essen aufwärmen. Unser Neo wurde hier übrigens sehr herzlich willkommen geheißen und mit dem großen Wal-Skelett an der Decke gibt es auch jede Menge zu sehen. Man hat uns im B&B gesagt, dass Kinder in Südafrika nicht in allen Restaurants gerne gesehen seien. Wir haben ihn aber einfach überall mitgenommen und rausgeworfen wurden wir nirgendwo. Ganz im Gegenteil, meist wurden wir sehr freundlich und zuvorkommend empfangen.

Unsere Zeit in Gansbaai ist schon wieder zu Ende und unsere Reise führt uns die Küste entlang über Betty`s Bay nach Kapstadt. In Betty`s Bay gibt es ebenfalls eine Pinguinkolonie, die ist zwar nicht ganz so bekannt wie die Pinguinkolonie in Simon`s Town, dafür aber auch nicht so überlaufen und mindestens genauso schön. Ein absolut empfehlenswerter Zwischenstopp auf der malerischen Strecke Gansbaai / Hermanus - Kapstadt an der R43/R44.

Klippschliefer Betty`s Bay
Betty`s Bay

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